27 April 2012


Teil 2 unserer kleinen Award-Reihe, diesmal mit den All-NBA, All-Defense und All-Rookie Teams. Ich bin nach dem klassischen Prinzip einer real-life Basketball-Mannschaft vorgegangen, spiele also mit 2 Guards, 2 Forwards und 1 Center. Ob da jetzt im Einzelnen Shooting Guard oder Power Forward drauf steht ist mir egal. Zu den Fakten:


All-NBA 1st Team

Chris Paul
Kobe Bryant
Kevin Durant
LeBron James
Dwight Howard



An Chris Paul als klar bestem Point Guard der Liga führt kein Weg dran vorbei. Das belegt nicht nur ein Blick auf den Statistik-Bogen (19.8 PPG, 9.1 APG, 2.5 SPG), sondern auch die unfassbar gute 4.3 A/TO Rate - für mich nach wie vor das wichtigste Indiz für die Effizienz eines PG. Nimmt man noch seine Zahlen in der Crunchtime mit hinzu, wird alles noch deutlicher. Bryant erhält den Vorzug vor Wade, weil er a) bessere Zahlen auflegt (Pts, Reb, Ast, Dreier, FT); b) der wichtigste Spieler des drittbesten Westteams ist; und c) Wade häufig verletzt war. Durant und James sind als beste Spieler der Liga absolute no-brainer. Für Dwight Howard sprechen sehr dominante 20.6 Punkte und 14.5 Rebounds pro Spiel - Zahlen, die kein anderen NBA-Center duplizieren kann. Das ganze Theater hinter den Kulissen darf den Blick nicht verblenden: D12 ist und bleibt der beste Fünfer weit und breit.


All-NBA 2nd Team

Russell Westbrook
Dwyane Wade
Blake Griffin
Kevin Love
Andrew Bynum


Wade ist als zweitbester Shooting Guard hinter Bryant absolut eingängig und folgerichtig gesetzt. Als zweiten Guard wollte ich Westbrook zunächst übergehen (zugunsten von Parker), liess mich dann aber von seinen irren Zahlen (23.6 PPG, 5.5 APG) und dem weitaus höheren PER überzeugen. Auch nicht zu verachten: Westbrook spielte mal wieder in allen 66 Partien, und das mehr als 36 Minuten pro Abend. Auf der ersten Forward-Position ist Kevin Love ähnlich fest einbetoniert wie sein Körperschwerpunkt unter dem Korb. Der All-Star etablierte sich mit 26 PPG und 13.3 RPG zwischenzeitlich als ernster MVP-Anwärter und führte die Liga mit 48 Double-Doubles in 55 Partien an. Griffin steigerte sich ebenfalls (bessere FG%, bessere Defense, weniger Ballverluste) und dominiert zusammen mit Love mittlerweile alle "bester PF der Liga" Konversationen. Angesichts von 21/11 pro Abend nicht weiter überraschend. Auch Bynum spielt eine zunehmend grössere Bedeutung, nicht nur in Los Angeles. Ein dominanter Zwischenspurt im Februar und März hat ihn als klar besten Center hinter Howard etabliert.


All-NBA 3rd Team

Tony Parker
James Harden
Carmelo Anthony
LaMarcus Aldridge
Al Jefferson


Parker akkumulierte als Spurs-Katalysator nicht nur 18/8 im Schnitt, sondern auch noch den dritthöchsten Wert aller Guards bei den sogenannten "Wins Added", also dem direkten Einfluss auf Siege des Teams (hinter Paul und Westbrook). Harden ist nicht nur der beste Bankspieler der Liga, sondern auch noch der vielseitigste Guard weit und breit mit dem zweitbesten angepassten Plus/Minus Wert aller NBA-Akteure. Auf den Forward-Positionen wurde es knifflig: obwohl Carmelo Anthony in den ersten beiden Monaten lieber Revoluzzer spielte als go-to Small Forward, müssen seine heisse zweite Hälfte und 22.6 PPG honoriert werden. Ebenso verdient hätte es Paul Pierce, der nicht ganz so spektakulär auftritt, aber in Boston nach wie vor der wichtigste Mann ist und auch in der Verteidigung zulangen kann. Aldridge trug in Portland die gesamte Verantwortung alleine und legte trotz ständiger Double Teams 21.7 PPG bei 52% FG auf. Leicht bessere Zahlen als die von Gasol, der jedoch länger und vielseitiger spielte und weiterhin bester All-Around Big Man bleibt. Unter dem Korb musste Al Jefferson für die effizienteste Saison seiner Karriere (19.2 PPG, 9.6 RPG, 1.7 BPG, 50%FG) honoriert werden sowie für die Tatsache, dass er Utah in die Playoffs hievte.


All-Defense Team

Tony Allen
Andre Iguodala
LeBron James
Kevin Garnett
Tyson Chandler


Die kleinen Positionen mit Allen, Iguodala und James sind kaum diskutabel. Alle drei nehmen gegnerische Guards und Forwards in den sprichwörtlichen Schwitzkasten und ersticken gegnerische Scorer schon im Ansatz. Streiten kann man sicherlich über mein Big Man Duo, was angesichts des Fehlens von Spielern wie Howard, Serge Ibaka oder Joakim Noah auch völlig nachvollziehbar und so gewollt ist. Howard wird bei mir von Chandler ausgestochen, über dessen Einfluss in New York an dieser Stelle schon ausreichend geschwärmt wurde. Garnett hat mit seinem unermüdlichen Einsatz und als Defensivanker der Celtics einen beispiellosen post-ASG Run ermöglicht, während Ibaka gar nicht so dominant verteidigt, wie viele ihm das gerne unterstellen: er blockt zwar eine Menge Würfe, aber OKC's Defensive "leidet" nicht, wenn der Kongolese auf die Bank muss, sondern hält ihre Effizienz auch ohne ihn aufrecht. Zudem bleibt der junge Center anfällig für Fouls und greift zu wenig Rebounds (7.5 RPG), um hier ernsthaft in Betracht gezogen zu werden. Die Highlights sind nett, aber man sollte sich nicht lumpen lassen.


All-Rookie Team

Kyrie Irving
Isaiah Thomas
Klay Thompson
Kawhi Leonard
Kenneth Faried


Irving ist als unangefochtener Rookie des Jahres und absoluter Impact Spieler gesetzt. Neben ihm läuft Überraschungsfrischling Isaiah Thomas auf, der sich in Sacramento als letzter Pick im Draft nicht nur Spielzeit erarbeitete, sondern auch noch Tyreke Evans überflüssig machte. Er ist schnell wie ein Blitz, kann scoren, und weiss, wie man ein Team mitreisst. Klay Thompson war der wahre Grund für den Monta Ellis Trade und verdoppelte seinen Scoring-Output seither. Er gehört schon jetzt zu den tödlichsten Shootern der Liga und gibt den Warriors einen ernst zu nehmenden go-to Scorer für die Zukunft. Kawhi Leonard hat sich bei den Spurs vom ersten Tag das Vertrauen von Popovich erkämpft (keine leichte Aufgabe), weil er smart und hart spielt, reboundet und ein exzellenter Verteidiger ist. Kenneth Faried ist ein Nonstop-Energiebündel und schon jetzt einer der besten Rebounder der Liga, der zudem im zweistelligen Bereich scoren kann (6 DDs in den letzten 10 Partien).