31 Oktober 2017

31. Oktober, 2017



*"Generalstaatsanwalt von Colorado oder Shaquille O’Neal." Ich auf die Frage nach Kobes Enshrinementspeaker

von ANNO HAAK @kemperboyd

Kleiner Mann, großer Trade
Kennen Sie diesen kleinen Mann? Er ist winzig. Zu winzig, um Muggsy Bogues zu blocken. Er klopft ständig an die Tür zum Innenohr. Er flüstert  so leise, dass es zum ständigen Schreien mutiert. Er ruft, er fragt: "Was wäre, wenn?"

Pro Saison sehen wir ungezählte Transaktionen und Trades in der Liga, die uns alle das Geld aus den Sparschweinen zieht, um es dem Gründer des chinesischen Amazon auf die Konten zu schaufeln. Dass ein Trade den beschriebenen Mann zeugt, der noch 60 Monde später sein Geschrei zur Aufführung bringt, ist selten.

Der Trade für James Harden aber schafft das. Doch die What-if-Einleitung ist eine Höflichkeitsgeste gegenüber einer der unbestritten hellsten Kerzen auf der GM-Torte. Die Feierei von George und Melo und die Robertson-Saison vom Modefreak wäre nie erforderlich gewesen. Die Antwort auf die Frage ist gegeben. Die Transaktion kostete die Franchise formally known as Supersonics eine Dynastie und Kevin Durant in hässlichem türkis bis inklusive 2017, lautet sie.

Für einen solchen Preis gibt es keinen adäquaten Gegenwert. Was die Sache noch schlimmer macht: der Gegenwert war null. Und Steven Adams. Und Alex Abrines. Adams, Abrines + null für einen künftigen Hall of Famer macht im Ergebnis... äh, null.

Netflix presents: Lame Lamb und Sankt Martin
Der Trade bleibt - erzählt, was Ihr wollt - einer der schlechtesten der NBA-Historie. Denn es gab nicht nur für Harden null Gegenwert. Es gab für den Trade auch genau null vernünftige Gründe. Dass man mit Martin und Lamb zwei (potentielle) Scorer erhielt, also der messbare sportliche Gegenwert, kann im Ernst kein Argument sein.

Jeder weiß das, Gott sei Dank behauptet es auch niemand, nicht einmal Presti selbst. (Und nein, das ist kein Revisionismus, weil Martin ein Jahr später einen absurden Deal bei den Wolves unterzeichnete.)

Ibaka war nicht der bessere Spieler. Er war es damals nicht, er wurde es nicht. Er konnte nicht einmal die Magic führen. Der dritte Franchisespieler im Kader war Harden und Harden allein. Das hätte man wissen können. Wissen müssen allerdings nicht. Denn es ist egal. Auf die Diskussion "Kongospanier oder Bart" lässt sich nur ein, wer das Geld ein Argument sein lässt, das es nicht ist. Nicht sein darf und doch war.

Benjamins
...rund 5 Millionen davon. So weit lagen Hardens Lager und Bennetts dunkle Ritter auseinander. "Aber die Luxussteuer, die daran hing!", schallt es aus tausenden Kehlen. Ich lasse weg, dass Bennett die seiner Ehefrau ehrlich geklaute Kohle hatte. Ich lasse weg, dass man eine NBA-Dynastie nicht für eine Handvoll Dollar wegwirft.

"Am Arsch!", sollte der kleine Mann als Echo zurückgeben. Wir reden über eine Verlängerung, die erst 2013 eingesetzt hätte (und in Houston einsetzte). Wir reden über eine Luxussteuerrechnung, die am 30.06.2014 fällig gewesen wären. Wir reden über ein Frontoffice, spearheaded by einem Mann, der aus Victor Oladipos und Enes Kanters Katastrophendeals, einem Litauer, der wenig mehr als einen großen Namen hat, und Doug McWhatever Paul George und Carmelo Anthony machen kann.

Presti soll nicht in der Lage gewesen sein, in 20 Monaten ein paar Gehaltskompostierungsdeals durchzuführen? Presti soll es entgangen sein, dass er Kendrick friggin Perkins, einen Spieler, der mit gutem Willen zuletzt 2010 ein Plusspieler war, hätte amnestieren können? Joel Embiid signature quote zur Minutenrestriktion 2017!

Die Vergangenheit ist ein Prolog
Nein, wir wissen nicht, ob Harden als dritte Banane zum MVP-Kaliber geworden wäre. Wir wissen nicht, ob es je genug Bälle für alle drei Chiquitas gegeben hätte. Dass Harden zur Opferung bereit ist, wissen wir. Wenn Ihr mir nicht glaubt, fragt Chris Paul. (Dass er Rind mit Howard hatte, geschenkt. Wer das nicht hat, hat die Kontrolle über seine NBA-Karriere verloren.)

Wir wissen: sie warfen die Chance auf ein Dekadenteam weg. Wir wissen: sie hätten die Warriors in ihrer heutigen Gestalt verhindern können, auf vielerlei Weise und der Durant-Wechsel ist nicht die wichtigste. Und die Kirsche auf der Sahne ist die Wahl von Kiwi 3 (in Worten: drei) Positionen vor Giannis A.

Der 28. Oktober 2012 war ein Wachstumshormon für den kleinen Mann im Ohr. Er sagt nicht "What if?", er sagt "WTF!" Jeden Tag, seit fünf Jahren. Es hat Gründe, dass Morey den Tag und den Mann feiert und dass Durant Journalistenhipster schon mal auffordert, den kleinen Mann in ein sicheres Herkunftsland abzuschieben. Happy James Harden Day!


KFO-Rechnung
Die Cavs-Krise nimmt schneller Fahrt auf als Rachel Nichols' Fangirlkichern, wenn Pippen und McGrady Plattitüden aufsagen. Die halbe Liga ist verletzt und die Medizinalabteilung der Sixers testet die Grenzen der Toleranz von ärztlichen Haftpflichtversicherungen aus, um sich für den Rookie oft the year Doktor zu bewerben. Orlando steht über 500. Zeit, über wichtige Dinge zu reden. Geld, fliegende Speichelfänger und Vorbildrollen.

Es gibt ja genug Reaktionäre, die Mundschütze ohnehin für eine Blamage des "No blood, no foul"-harte-Männersports halten. Die haben indes einen ähnlich guten Punkt wie Verteidiger des Harden-Trades. Richtig ist aber, dass der maßgeschneiderte Beißerchenschützer zwischen die Kauleisten gehört und nirgendwohin sonst. Die Zungenartistik, die Steph Curry damit selbst während Aufenthalten an der Charity Linie aufführt, ist schon eher abgeschmackt. Das Teil Richtung irgendwo anders hin als einen Komposthaufen zu werfen, übertritt die Ekelgrenze selbst bei einem hartgesottenen Eigenschweißtrinker wie mir.

Damit könnte es sich haben. Aber nicht mit der National Moralinsäure Association. "Gegenstände" Richtung Schiedsrichter zu werfen, gehe ja mal gar nicht. Ein unsägliches Benehmen sei das und Curry auch noch - you can't make this shit up - WIEDERHOLUNGSTÄTER. Der "Spaß", ca. 20g Hartplastik Richtung Ref zu schleudern, kostete Curry nicht weniger als 50.000 Schleifen.

Zwei Mundschütze? 20.000 $.
Ein weicher Knöchel? 36 Mio. $/4 Jahre.
Die Liga moralisch sauber halten? Unbezahlbar.

Adam-Silver-Fanboys kann ich nicht ernst nehmen.

#TeamNoTrashtalkSkills
So wenig wie die Warriors. Von EBT GSW (everybodys beloved Team Golden State Warriors) zur Lurchigruppe in weniger als zwei Jahren. Die Paarlaufpeinlichkeit in Memphis bedarf dabei noch näherer Betrachtung. Da diskutierte die Welt ernsthaft über die Frage, ob Durant dem schimpfenden Fan in Memphis den Finger, mit dem man seinen Mundschutz nicht reinigen sollte, oder den Ringfinger entgegengereckt hätte.

Als wäre Letzteres auch nur ein Jota besser als Ersteres. Denn was genau sollte das ggf. denn eigentlich bedeuten? Ich bin Champion und Du nicht?!? Das ist ungefähr so, als kontere man die Beschimpfung durch einen Bauarbeiter damit, sein Soziologiestudium unfallfrei abgeschlossen zu haben (wobei man sich bei der Abschlussarbeit der Hilfe eines Superteams bediente). Junge, Junge, da war die Tweeterei mit drei Fake Accounts ja erbaulicher.

Um den Ringfingerzeiger und den Mundschutzwerfer herum schlawenzelt dann der sympathische Reboundotto vom Dienst, der zwar verbal in alle Richtungen auskeilt, als sei ständig 8Mile-poetry- slam, nach jeder Geldstrafe wegen irgendwelcher Wattebauschschubsereien aber die Unschuld vom Lande gibt. Die 200 plus Siege und zwei Ringe nimmt ihnen keiner mehr. Liebenswert ist halt nur gänzlich anders.


Just rank it!
Sind wir bei Green, sind wir bei den neuen Trikots. Nike scheint den überbezahlten Neunjährigen in Bangladesch einmal die Leviten betreffend Reißfestigkeit der zusammengeklebten Synthetikstoffe lesen zu müssen.

Die raumstationgetesteten Dinger fangen Schweiß zwar dermaßen genial auf, dass sie ihn in Energiesaft verhandeln und subkutan zurückverabreichen, ohne dass es der Spieler merkt. Aber zieht man einmal mit dem Kraftaufwand einer durchschnittlichen Hamsterpfote am Zipfel, sieht Draymond Greens Trikot aus wie Russell Westbrooks Jeans.

Das kann natürlich so nicht bleiben. Silver und das Ligabüro wollen into it looken. Ich ranke in der Zwischenzeit die sehr antizipierten Hemdchen nach Gefallenskategorien, die ich mir selbst ausgedacht habe, während ich recherchierte, was mit dem geschützten Mavericks Pick 2013 passierte, der der Gegenwert für Hardens Rasierer war.

"Wir wussten, dass Adidas keine Hoopsfirma ist, endlich kam die Nike Revolution 17"-superb
Timberwolves Home, Suns Home, Clippers Home

"Idgaf, aber der Swoosh machts nicht besser"-schick
Miami (alle), Golden State (alle), Oklahoma City (Home und Away, oh Entschuldigung Icon und Association), Memphis (alle), Denver (alle, das Dottergelbe ist indes scheußlich), Atlanta, Washington

"der Swoosh und X: hier wächst zusammen, was zusammen gehört, Gott sei Dank haben sie nichts geändert"-Liebe
Portland, Chicago, Brooklyn, New York Knicks

"es war noch Textmarkerfarbe zum Nachfüllen da, also haben wir Euroleaguelappen durchgezogen und Jerry zwischen die Schultern gepackt"-igitt
Minnesota (alternate), PHX (alternate), OKC (alternate), Sacramento (alle)

"Wir haben JR Smith in Amsterdam getroffen und gefragt, was er unter 'Throwback' versteht"-Kopfkratzer
Indiana, Milwaukee, Toronto

"Auf die stille Treppe, was haben sie sich nur dabei gedacht"-fies
Cleveland (alle), der Jumpman auf den Hornets Jerseys (echt jetzt, Kapitän Offensichtlich?)


Fundstück der Woche
Clippers als Clipper und Rocket zerstören. Chris Paul betet nachts zu Josh Smith Postern. Welcome back, (Slam Dunk) Champ!