15 Oktober 2017

14. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Dallas Mavericks.

von TORBEN SIEMER @lifeoftorben

Flashback
33-49, keine Playoffs

Plus
Dennis Smith Jr.
Josh McRoberts
Jeff Withey
Maxi Kleber

Minus
Nicolas Brussino
A.J. Hammons
Jonathan Gibson
Jarrod Uthoff

Was ist Neu?
Dallas hat einen aufregenden Rookie! Ernsthaft! Und wer es ein wenig mit den Mavericks hält, weiß, dass der letzte aufregende Rookie in Dallas in wenigen Tagen in seine 20. NBA-Saison geht. Dennis Smith Jr. hat in der Summer League schon gezeigt, dass er bereit ist, mittelfristig in die Führungsrolle der Ära Post-Dirk hineinzuwachsen. Auch wenn ich mich grade frage, wie oft ich diesen Satz schon in eine Mavs-Preview oder -Review geschrieben habe…


Beste Addition
Dennis Smith Jr. ...  Wie schon gesagt: Ein Top-Rookie in Dallas. Absolute Rarität! Der 19-Jährige ist explosiv, nach vorne wie nach oben. Dazu kommt ein NBA-reifes Ballhandling, fertig ist der Drive zum Korb. Smith kann jederzeit aus dem 1-gegen-1 zum Korb kommen. Wichtig für ihn: Am College fiel der Dreier des North Carolina State-Freshman ordentlich, 36% werden es im ersten Profi-Jahr aber vermutlich nicht wieder werden. NBACHEF Draft-Guru Axel Babst attestiert ihm einen etwas wackligen Wurf – aber Dirk Nowitzki soll da jemanden kennen, der sich auskennt. Defensiv muss Smith beweisen, dass die miesen Leistungen im Vorjahr nicht seiner Einstellung geschuldet waren.

The Planet
Dirk Nowitzki ... Nur noch als Center, Bankrolle, Sixth Man und so weiter und so weiter. Angeblich wieder mal sein letztes Jahr, aber das soll hier nicht das Thema sein. Das American Airlines Center trägt nicht umsonst den Beinamen „The House That Dirk Built“ – solange #41 spielt, sind die Mavericks sein Team. Auf 36 Minuten gerechnet trat der mittlerweile 39-Jährige mit 19,4 Punkten (46-38-88) und 8,9 Rebounds mehr als solide auf. Einziges Manko: Nur 54 absolvierte Partien. Wenn er fit ist, ist Dallas mit ihm ein besseres Team als ohne.


Rising Star
Seth Curry ... Puh. Schwere Wahl. Harrison Barnes ist im zweiten Jahr seines Maximalvertrages und Nerlens Noel muss erst einmal beweisen, dass er gesund bleiben kann. Die anstehende Free Agency im Sommer sollte dafür Ansporn genug sein. Seth Curry hat sich in Dallas im Kreise der NBA-Rollenspieler etabliert und im Vorjahr nach Barnes und Wes Matthews die meisten Minuten gesehen. 52,8% von innerhalb der Dreierlinie, 42,5% von jenseits der 7,25 Meter. Rising Star ist vielleicht ein Stück zu hoch gegriffen… aber hey, Dallas ist (immer noch oder schon wieder) im Umbruch. Erst einmal ist Curry „out indefinitely“ wegen einer Stressreaktion im Schienbein. Vielleicht drei Wochen, vielleicht drei Monate. Hoffentlich ersteres.

Don’t Sleep! 
Maxi Kleber ... Nachdem in den Vorjahren immer zum falschen Zeitpunkt irgendeine Verletzung den Wechsel über den Atlantik stoppte, hat es nun endlich geklappt. Der zweite Würzburger im Mavs-Jersey will und muss zeigen, dass er in die NBA gehört. Bleibt er verletzungsfrei, wird er sich das ungarantierte zweite Vertragsjahr erarbeiten. Wie auch Smith kann Kleber in einer funktionieren Franchise lernen, wie die beste Basketball-Liga der Welt funktioniert.

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Beste Fünf
Smith Jr. – Curry – Matthews – Barnes – Nowitzki

Good News
+ Dirk kann Wilt Chamberlain vom fünften Platz der All-Time Scorer verdrängen
+ Dennis Smith Jr. ist der beste Mavs-Rookie seit 1998/99
+ Die Mavs haben im nächsten Sommer 40+ Millionen an Cap Room
+ Der lang erwartete Rebuild nimmt endlich Gestalt an

Bad News
- Dwight Powell (2016/17: 17,3 Minuten pro Spiel) ist der drittteuerste Spieler im Kader
- Rookie-Spielmacher brauchen Zeit
- Dallas wird erstmals in diesem Jahrtausend zweimal in Folge die Playoffs verpassen
- Sehen wir vielleicht Dirks (kaum beworbene) Abschiedstournee?


Was fehlt?
Der Franchise Player. Immer noch. Dirk kann und muss in seiner 20. Saison das Team nicht mehr tragen und Harrison Barnes fehlen ein bis zwei Entwicklungsschritte, um am All-Star-Game zu schnuppern. Außerdem mangelt es dem Kader abgesehen von Dennis Smith und Nerlens Noel an überdurchschnittlichen Athleten. Meine (zugegeben optimistische) Hoffnung: Im Sommer 2018 können die Mavs per Draft und/oder Free Agency das nächste Puzzlestück für die Zukunft finden.

Check 1,2
Dallas ist mitten im Rebuild und nimmt diesen endlich ernst. Für Wes Matthews könnte es die letzte Saison in Texas sein, wenn er auch in diesem Jahr nicht an seine Leistungen aus der Zeit vor seinem Achillessehnenriss anknüpft. Das bestimmende Thema ist, wie schnell und wie gut Dennis Smith die Umstellung vom College- aufs Pro-Game schafft. Und ob Dirk vielleicht 2018 die Schuhe dann doch mal an den Nagel hängt.

Chef-Orakel
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