11 Oktober 2017

11. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Atlanta Hawks.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
67-15, NBA Champions

Plus
Nick Young
Omri Casspi
Jordan Bell

Minus
Matt Barnes
Ian Clark
James McAdoo

Was ist Neu?
Mehr Tiefe für das in der Spitze beste Team aller Zeiten. Nichts gegen Matt Barnes, Ian Clark und James McAdoo, aber… Nick Young, Omri Casspi und Jordan Bell würden sie in einem Drei-gegen-Drei Death Match auseinander pflücken. Erstes Trio wurde in der Offseason durch zweites ersetzt. Die Warriors haben nun noch mehr Shooting, defensive Variabilität und frisches Blut zur Disposition, um den langen, langweiligen (siehe unten) Ritt durch die reguläre Saison so unbeschadet wie möglich zu überstehen.

Beste Addition
Omri Casspi ...  Der Forward legte für sein Heimatland Israel bei der jüngsten Eurobasket starke 19,0 Punkte und 7,2 Rebounds im Schnitt auf. In der NBA hat sich der 2,06 Meter Mann als Schütze einen Namen gemacht. Diese Rolle wird er auch in Golden States Ersatzformation ausfüllen, die im Vorjahr auf die Wurfqualitäten von Durant, Curry oder Durant setzen musste, wenn einer von ihnen mit den Backups auflief. Casspis Defensive ist ebenfalls respektabel. Er ist lang und mobil genug, um ohne Probleme seinen Mann zu stellen und zwischen Positionen hin und her zu schalten.

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The Planet
Steph Curry ... Wenn ihr einen einzigen Spieler dafür hassen wollt, dass das Spiel in der NBA heute so aussieht, wie es aussieht: schiesst euch auf Steph Curry ein. Der fragile Guard hat den Basketball dank Pullup-Sperrfeuer für immer verändert. Heute will jedes Team einen dribbelnden Flammenwerfer auf der Eins, der lange Bälle aus der Umkleide einstreut, den Spalding wie einen Yoyo behandelt, Fans und Gegner gleichermaßen hypnotisiert und all seine Teamkollegen besser macht. Curry ist kein Gimmick, der leere Videospielstatistiken auflegt. Er hat den Basketball gebrochen - und seine Warriors in ein beinahe unbesiegbares Monster verwandelt.


Rising Star
Draymond Green ... Zweitrundenpick. Rotationsspieler. Starter. Verteidigungsspezialist. Alleskönner. All-Star. Defensive Player of the Year… Die Entwicklung von Draymond Green geht weiterhin steil nach oben, seit ihn die Warriors 2012 mit dem 35. Pick selektierten. Fünf Jahre später hat sich der Lautsprecher als einer der zehn komplettesten Basketballer der Welt etabliert, als vielseitigster Verteidiger im Sport… und als einer von drei Warriors-Akteuren unter den besten zehn ligaweit. Evolution nicht abgeschlossen.


Don’t Sleep! 
Kevin Durant ... Lasst die Dummschwätzer dumm schwätzen! Kevin Durants Entscheidung, Oklahoma City in Richtung Golden State zu verlassen, war genau die richtige. Nicht nur, weil “KD” das Vorhaben Titelgewinn bereits in seinem ersten Jahr in der Bay in die Tat umsetzte. Sondern weil er sich endgültig im Rennen um den besten Spieler der Welt zurück meldete. Viele hatten vergessen, dass Durant LeBron James am nächsten kommt. Seine Leistungen während der regulären Saison und Playoffs dürften viele daran erinnert haben, dass er der beste und effizienteste One-on-One Angreifer der Welt ist. Obendrein hat sich Durant zu einem der besten Verteidiger der NBA gemausert. Nach dem Finals MVP Award wäre es nicht überraschend, den erst 28-Jährigen auch die reguläre Maurice Podoloff Trophäe abgreifen zu sehen. Ausser vielleicht für die Hater…

Beste Fünf
Curry – Thompson – Iguodala – Durant – Green


Good News
+ Das beste Team aller Zeiten ist ein Jahr besser geworden und bleibt auf unbestimmte Zeit zusammen
+ Killer-Offense mit zu viel Shooting, Spacing, Tempo, Passing und Defense für 29 andere Teams
+ Beispielhafte Franchise-Kultur - der neue Standard in der NBA

Bad News
- Das neue Rakuten-Log auf dem Jersey passt farblich überhaupt nicht und verhunzt das Design
- Haben drei Finalteilnahmen in drei Jahren müde und satt gemacht?
- Die Playoffs beginnen erst Ende April

Was fehlt?
Eine Zeitmaschine, um zu den Playoffs vorzuspulen. Im Ernst? Wen in der Bay Area juckt die reguläre Saison zu diesem Zeitpunkt noch. Alle Rekorde sind längst geknackt, alle Narrative durchgespielt. Golden State hat seit 2014 satte 207 von 246 möglichen Siegen eingefahren. Für alle, die zu faul sind, ihren Abakus anzuschmeissen: das entspricht einer Siegesquote von mehr als 84 Prozent - ein Wert, den nur vier Teams jemals geknackt haben (Bulls 1996 & 1997, Lakers 1972, Warriors 2016).

Check 1,2
Wenn dein bester Spieler (Kevin Durant) als Free Agent weit weniger als Markwert nimmt, um deinen lange besten Spieler (Steph Curry) den längst überfälligen Max-Deal zu ermöglichen und wichtige Rollenspieler wie Andre Iguodala, Shaun Livingston, Zaza Pachulia, David West oder Javale McGee zu halten, dann hast du als Franchise den NBA-Code geknackt. Alle Schlüsselspieler sind zurück; die Bank ist aufgewertet; Coach Kerr gesund; der Repeat das Ziel. Die Warriors regieren so weit über dem Rest der NBA, dass alles andere als die Titelverteidigung eine haushohe Überraschung wäre.

Chef-Orakel
70-12