10 Oktober 2017

10. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Los Angeles Lakers.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
26-56, keine Playoffs

Plus
Lonzo Ball
Brook Lopez
Kentavious Caldwell-Pope
Vander Blue
Kyle Kuzma
Briante Weber
Stephen Zimmermann

Minus
D’Angelo Russell
Nick Young
Timofey Mozgov
Tarik Black
Metta World Peace
David Nwaba
Thomas Robinson


Was ist Neu?
Magic & Rob. Das neue Front Office hat innerhalb kürzester Zeit mit gezielten Personalmanövern für neue Begeisterung bei der einstigen Vorzeige-Franchise gesorgt. Die letzten Jahre im Rückspiegel, ist der Rebuild in vollem Gange. D’Angelo Russell wurde nach zwei enttäuschenden und aufwühlenden Jahren nach Brooklyn getradet; Los Angeles konnte im selben Deal aber auch Timofey Mozgovs übertrieben teuren Deal loswerden - eine Altlast des alten Managements um Mitch Kupchak und ex-Boss Jim Buss. Brook Lopez kam im Gegenzug und macht die Lakers über Nacht in der Mitte respektabel. Kentavious Caldwell-Pope kam als Free Agent aus Detroit. Der gefeierte Neuzugang ist jedoch ein Rookie, der die Geschicke dieser Franchise verändern soll wie einst der göttlichste Point God aller Zeiten: Magic Johnson.

Beste Addition
Lonzo Ball ... Ball kam mit Pauken, Trompeten und eigenen 500-Dollar-Schlappen von der benachbarten UCLA Universität zu den Lakers. Die selektierten das kalifornische Heimgewächs mit dem zweiten Pick im Draft. Ball ist die seltene Sorte Rookie, die die Spielkultur einer Franchise von Grund auf verändern kann. Die Ansätze, Showtime zurück nach Tinseltown bringen zu können, stellte er bereits in der Summer League unter Beweis, wo er im Schnitt 16,3 Punkte, 9,3 Rebounds und 7,7 Assists auflegte und mit seinem Basketball-IQ verblüffte. Das Ziel wird, sein, das Lakers-Team der Zukunft um Balls Spielmacher-Skills herum zu formen.

Young Gunz

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The Planet
Brandon Ingram ... Der derzeit wichtigste Mann in den Planungen von Johnson und Pelinka ist trotz absolvierter Rookie-Saison der 18.-jüngste Profi in der Association. Obwohl sein Start in die NBA ein schwerer war, wurde der Flügelspieler mit zunehmender Dauer immer besser und selbstbewusster. Solide 13,2 Punkte, 3,9 Rebounds, 2,5 Assists und 1,1 Blocks im Schnitt bei 47,5 Prozent aus dem Feld nach der All-Star Pause sind fantastische Wert für einen 19-Jährigen, wie es Ingram da einer war. Smarter, kräftiger und abgezockter, wird dem von Magic höchstpersönlich aus unantastbar deklarierte Youngster ein entscheidender Schritt zum Schlüsselspieler zugetraut.

Rising Star
Julius Randle ... Lopez’ neue Liebe mit dem Dreipunktewurf - L.A.s neuer Center ballerte unglaubliche 387 Mal von Downtown - wird die Defensive aussen beschäftigen und weitaus mehr Freiräume für den Maulwurf mit der Nummer 30 schaufeln. Julius Randle ist die Art Big Man, die aufgrund seines mangelnden Shotblockings und Distanzshootings in keine vorgestanzte Schablone unserer Zeit passt. Seine Mischung aus Physis, Mobilität, IQ und Passspiel macht ihn aber zu einer Draymond Green light Version, die Coach Luke Walton essentielle taktische Vorteile verschafft. Je mehr Randle sein Spiel hinter die Dreierlinie verlagert, desto schwerer wird er offensiv zu bändigen sein.


Don’t Sleep! 
Kentavious Caldwell-Pope ... Der Flügelspieler kam - für alle überraschend - als Free Agent aus Detroit, nachdem die Pistons ihr Qualifying Offer zurückgezogen hatten. Los Angeles grätschte hinein und schnappte sich die Dienste des 24-Jährigen mit einer Einjahresofferte. Caldwell-Pope, der bisher in seiner Karriere 13,7 Punkte und 3,4 Rebounds im Schnitt auflegte, will von einem Tapetenwechsel profitieren und endlich zu dem Three-and-D Experten avancieren, der er in Detroit nie war. Ob das mehr an seinem ex-Klub als an ihm selbst lag, wollen und werden wir alle bald herausfinden. 

Beste Fünf
Ball – Caldwell.Pope – Ingram – Randle – Lopez

Good News
+ Junge Beine bedeuten fast immer Speed- und Athletik-Vorteile im Break
+ Ingram, Randle und Ball sind ein vielversprechender Nukleus
+ Perspektive und Begeisterung sind mit dem neuen Front Office zurück gekehrt

Bad News
- Mieses, mieses, mieses Defensivteam. Wie mies? Seit fünf Jahren zählen die Lakers ununterbrochen zu den schwächsten fünf
- Youngster mögen schneller laufen und höher springen können; in der Crunchtime sind sie aber meistens planlos, ergo oft die Verlierer auf dem Parkett.
- L.A.s Erstrundenpick 2018 gehört den Boston Celtics oder Philadelphia 76ers

Was fehlt?
Defense. Im Vorjahr landeten die Südkalifornier auf Rang 30 beim Rating, frassen die höchste effektive Trefferquote aus dem Feld, waren in Transition am anfälligsten und kassierten in der Mitte am meisten - inklusive ligaführender 454 Dunks, gut zehn Prozent mehr als das zweitmieseste Team Minnesota. Der Angriff wird besser flutschen, effizienter und spektakulärer daher kommen. Wollen die Baby-Lakers mehr als nur kleine Baby-Schritte zurück zur Respektabilität beim Gegner machen, müssen sie ihren Fokus in allererster Linie aufs defensive Ende des Parketts legen.

Check 1,2
Magic versprach bei seinem Amtsantritt, diese Franchise wieder relevant zu machen. Das Ziel ist, in den nächsten Jahren ein ernstzunehmender Player auf dem Free Agent Markt zu sein. Wollen die Lakers also ihren jungen Kern weiterentwickeln, um künftig auf ihn zu bauen… oder um diese Talente für etablierte Stars einzutauschen? Solange nicht bekannt ist, wer überhaupt wechseln würde, gelten Ingram, Ball und Randle als die Zukunft. Die Lakers werden sicherlich mehr Spass machen als zuletzt. Die neue Qualität wird sich nicht zwingend in Siegen oder gar Playoff-Abenden manifestieren. Dazu ist dieses Team noch zu dünn. In Punkto Begeisterungsfähigkeit und League Pass Attraktivität hat Lila-Gold aber bereits einen grossen Schritt nach vorne gemacht.

Chef-Orakel
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