10 Oktober 2017

10. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Phoenix Suns.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
24-58, keine Playoffs

Plus
Josh Jackson
Davon Reed
Mike James

Minus
Leandro Barbosa
John Jenkins

Was ist Neu?
Geduld und Kontinuität in der Arbeit der Führungsetage um General Manager Ryan McDonough, der endlich die benötigte Zeit von Teambesitzer Robert Sarver zu erhalten scheint, um dieses Gefährt umzudrehen und zurück in die Playoffs zu powern. Das letzte Mal, dass Suns-Fans Postseason-Basketball in Arizona bestaunen durften, liefen Steve Nash, Amare Stoudemire, Jason Richardson, Grant Hill, Channing Frye und Goran Dragic für den Wüstenklub auf. Seither ging nicht viel. Ein junger Kader mit vielversprechenden Talenten hat aber die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu erfolgeicheren Pfaden genährt.

Beste Addition
Josh Jackson ... Der Nummer vier Pick wird auf der Small Forward Position auflaufen und der Fugenkitt sein, der Back- und Frontcourt zusammenklebt. Phoenix fehlte ein Spielertyp wie Jackson: athletisch, agil, stark im Drive und als Cutter. Sein Sprungwurf fällt noch nicht, was in diesem von aussen sehr limitierten Team sicherlich neue Probleme mit sich bringen wird. Als einer der auf Anhieb besten Verteidiger der Suns und mit faszinierenden All-Around Skills gesegnet, wird Jackson nichtsdestoweniger von Tag eins zum Schlüsselspieler avancieren.

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The Planet
Devin Booker ... Den Elefanten im Raum - Bookers Defense - direkt links liegen gelassen: nur eine Handvoll Spieler in der Historie des Sports waren in Bookers Alter bereits so fähig, abgezockt, selbstbewusst und produktiv. Der Scharfschütze legte bereits mit 20 Jahren 22,1 Punkte im Schnitt auf, war damit Topscorer der Suns. Seine Entwicklung zum go-to Schützen und Spielmacher ging viel schneller vonstatten, als sich die grössten Optimisten hätten erträumen lassen. Unvergessen seine 70-Punkte-Gala gegen Boston. Eigentlich als Füller gedraftet, ist Booker bereits als Sophomore zum Hoffnungsträger dieser Franchise gereift.

Rising Star
Marquese Chriss ... Chriss brauchte eine Weile, um sich zu akklimatisieren. Im März und April hatte der athletische Big Man aber begriffen, wie der NBA-Hase läuft. 13 Punkte, sechs Rebounds und 1,6 Blocks im Schnitt bei 49 Prozent aus dem Feld sind gute Werte für einen Rookie - insbesondere, wenn der erst 19 Jahre ist. Chriss tauchte in diesem Sommer knapp sieben Kilogramm schwerer wieder in der Suns-Zentrale auf. Dass er produktiver sein wird, steht fest. Der Klub hofft, dass er auch in Punkto Fouls und Turnovers besser geworden ist.

Don’t Sleep! 
Eric Bledsoe ... Bledsoe ist der vergessene Mann in Phoenix. Obwohl der Starter auf Point Guard zuletzt die beste Saison seiner Karriere zeigte (21,1 Punkte, 4,8 Rebounds, 6,3 Assists und 1,4 Steals im Schnitt), taucht sein Name nirgendwo in der Nähe positionaler Top-Ten Listen auf. Ein Grund: Bledsoe ist chronisch verletzungsanfällig, hat noch nie mehr als 45 Partien in aufeinanderfolgenden Saisons absolviert. Ist er in Phoenix Teil der Zukunft? Kann er mit Booker zu einem der besten Backcourts der Liga verschmelzen? Oder tut die Franchise besser daran, den verbliebenen Wert seines weiterhin besten Spielers via Trade zu maximieren? Schaut genauer hin! Bledsoes Game ist ein wenig Aufmerksamkeit wert.


Beste Fünf
Bledsoe – Booker – Jackson – Chriss – Chandler

Good News
+ Junge Beine und flinke Guards bedeuten hohes Tempo und viele Transition-Möglichkeiten
+ Devin Bookers Evolution zum offensiven Superstar scheint nicht aufzuhalten; Bledsoe ist ein guter Lead Guard
+ Gutes Rebounding-Team


Bad News
- Katastrophale Defensive, zu viele Fouls
- Mangelnder Basketball-IQ, kein erkennbares System
- Sehr schwaches Shooting Team, eines der miesesten von jenseits der Dreierlinie

Was fehlt?
Uneigennützigkeit. Die Suns spielen nicht um Playoff-Teilnahmen oder Meisterschaften mit, sondern wollen die vielen Youngster weiter entwickeln, um eines Tages mit etabliertem Kern wieder anzugreifen. Gleich zwölf Spieler im aktuellen Kader sind jünger als 25 Jahre. Mit einem weiteren Top-Drei Pick in Josh Jackson an der Seite von Booker, Chriss, Ulis, Warren, Williams und Len könnte bald der Durchbruch gelingen. Dazu müssen die Protagonisten jedoch lernen, zusammen zu spielen und zu einer Einheit zusammen zu wachsen. Nur so kann Phoenix Teamchemie kreieren und eines Tages den Tabellenkeller verlassen.

Check 1,2
Kann dieses Team den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen? Phoenix wird in der brutalen Western Conference erneut nichts mit dem Erreichen der Playoffs zu tun haben. Das ist nicht weiter schlimm. Solange einige der Youngster beweisen können, dass sie in der Lage sind, grössere Rollen auszufüllen und ihr Spiel konstant weiter zu entwickeln, ist diese Franchise einen Schritt weiter. Geduld ist das Motto, die Etablierung einer Franchise-Kultur und inkrementelle Zuwächse sind realistische Ziele für 2017/18.

Chef-Orakel
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