09 Oktober 2017

9. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Sacramento Kings.

von SEB DUMITRU @nbachefkoch

Flashback
32-50, keine Playoffs

Plus
De’Aaron Fox
Bogdan Bogdanovic
Zach Randolph
George Hill
Vince Carter
Justin Jackson
Harry Giles
Frank Mason

Minus
Rudy Gay
Darren Collison
Ty Lawson
Ben McLemore
Tyreke Evans
Langston Galloway
Arron Afflalo

Was ist Neu?
Fast alles. Mit den Abgängen von Rudy Gay, Ben McLemore und Darren Collison im Sommer verliessen auch die letzten Profis, die Präsident Vlade Divac bei seinem Amtsantritt 2015 übernommen hatte, den kalifornischen Klub. Zur Trading Deadline war mit DeMarcus Cousins bereits der grösste Fisch in einen anderen Teich geschwommen. Damit ist das personelle Reinemachen abgeschlossen. Neben einem Quintett von Perspektivspielern, aus dem De’Aaron Fox und Bogdan Bogdanovic herausragen, verpflichtete Divac auch ein Trio von ausgebufften Veteranen: George Hill, Zach Randolph und Vince Carter.

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Beste Addition
George Hill ...  Die teuerste und gleichzeitig beste Addition der Kings in diesem Sommer heisst George Hill. Trotz Randolph, Carter und hoch talentierten Youngstern: der Impact des Veteranen im Backcourt wird von Tag eins zu spüren sein. Hill kann auf den Positionen Eins und Zwei funktionieren, kann den on-ball Gestalter oder off-ball Komplentärguard geben. Gleichzeitig kümmert er sich hinten um den jeweils gefährlichsten Guard des Gegners, egal ob der nomineller Point oder Shooting Guard ist. Hill wird alle Stricke verknüpfen und dank seiner low-key Persönlichkeit ungekannte Stabilität verleihen, von der das gesamte Team nur profitieren kann - sportlich und zwischenmenschlich.

The Planet
De'Aaron Fox ... Frischlings-Alarm in Sacramento, wo gleich fünf Neulinge ins Geschehen eingreifen werden. Einer von ihnen - De’Aaron Fox - avancierte über Nacht zum designierten Franchise Player. Das kann schon passieren, wenn du als Rookie für die ausgedörrte Point Guard Position kommst und das grösste Draft-Talent dieses Klubs seit DeMarcus Cousins (2010) bist. Fox muss noch einiges lernen, gilt aber als Reinkarnation einer anderen Wildkatze aus Kentucky, die längst ihre Beute in der NBA terrorisiert: John Wall. Nimmt Fox’ Karriere auch nur ansatzweise eine ähnliche Trajektorie, sind die Kings in sehr guten Händen.

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Rising Star
Buddy Hield ... Neben Fox haben die Kalifornier nämlich einen weiteren Youngster in der Lineup, der bereits für Furore gesorgt hat. Viele haben nicht mitbekommen, dass Buddy Hield nach seinem Wechsel aus New Orleans zu Sacramentos bestem Profi avancierte. Der Kombo-Guard verdoppelte sein Scoring-Output im Kings-Trikot und ist heute mit 15,1 Zählern pro Partie der beste verbliebene Punktesammler dieses Teams. Hield mag nie zum Franchise-verändernden Superstar heran reifen, den vor allem Teambesitzer Vivek Ranadivé in ihm sieht. Als zweite oder dritte Offensivoption eines Playoff-Aspiranten hat er aber definitiv seine Daseinsberechtigung.

Don’t Sleep! 
Bogdan Bogdanovic ... Endlich, mögen Kings-Fans und serbische Basketballfans erleichtert seufzen, wechselt einer der meistversprechenden europäischen Nachwuchsspieler in die NBA, um sich mit den besten Athleten zu messen. Auf dem alten Kontinent führte der 25-Jährige Fenerbahce Istanbul zum Euroleague-Titel und sein Heimatland Serbien als Topscorer ins Eurobasket-Finale. Die Vorschusslorbeeren vor dem Sprung über den Teich sind also fetter und aromatischer denn je. Der Druck ebenfalls: als teuerster Rookie der NBA-Historie (27 Mio. $ für drei Jahre) muss der Serbe liefern. 


Beste Fünf
Fox – Hill – Hield – Labissiere – Cauley.Stein

Good News
+ Die meisten Protagonisten sind blutjung und unbekümmert
+ Viel besserer Mix aus Youngster und Veteranen dank der Additionen Hill, Z-Bo & Carter
+ Endlich wieder gute Vibes in Sacramento nach vielen Jahren Stunk

Bad News
- Weder offensiv noch defensiv respektabel. Wer oder was ist dieses Team?
- Ein Franchise-Spieler ist weit und breit (noch) nicht in Sicht
- Besitzer Ranadivé. Der hat eigentlich keinen Bock auf Rebuild, will lieber Meisterschaften sammeln wie seine ex-Arbeitgeber in Golden State. LOL okay.

Was fehlt?
Ein Besitzer mit Plan. “Sometimes you gotta let that shit sit” ist bei Vivek Ranadivé irgendwie nie richtig angekommen. Im panischen Bestreben, es seinen ex-Arbeitgebern in Golden State gleich zu tun und den Sport zu revolutionieren, ging der Geschäftsmann aus Bombay lange Zeit mit der Geduld eines ADHS-Pennälers an das Führen seiner NBA-Franchie heran. Die Folge: institutionelles Chaos und eine schlechte Entscheidung nach der anderen. Wie geduldig bleibt Ranadivé diesmal, wenn der lange Rebuild für doppelt so viele Niederlagen wie Siege sorgen wird?

Check 1,2
Die guten Vibes scheinen zurück gekehrt zu sein nach Sacramento, wo Divac in mühevoller Kleinarbeit alle Altlasten entsorgt und den Klub neu positioniert hat. Die Kings sind mitten im Rebuild - allzu viele Siege sollten Fans also noch nicht erwarten. Von den Playoffs in der brutalen Western Conference sind sie meilenweit entfernt. Wenn sich zwei oder drei der jungen Projekte zu attraktiven Posten entwickeln, müssen auch die grössten Kritiker dem Marlboro-Mann aus Prijepolje ihren Respekt zollen.

Chef-Orakel
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