17 Oktober 2017

17. Oktober, 2017


Nach Media Days, Trainingscamps und ersten Testläufen ist klar: das neue NBA-Jahr 2017/18 ist inoffiziell underways. Wir haben wie gewohnt alle 30 Mannschaften durchgecheckt und prognostizieren euch bis zum echten Start am 17. Oktober die kommende Saison. Heute: die Dallas Mavericks.

von PHILIPP LANDSGESELL @Phillyland

Flashback
61-21, Conference Finals (0-4 vs Golden State Warriors)

Plus
Rudy Gay
Joffrey Lauvergne
Derrick White
Brandon Paul

Minus
Jonathon Simmons
Dewayne Dedmon
Joel Anthony

Was ist Neu?
Während der Rest der Top-Teams der Western Conference Star-Spieler und Talente in ihr Arsenal steckten, um die Golden State Warriors vom Thron zu stoßen, passierte in San Antonio wie fast jeden Sommer nicht viel. Statt Jonathon Simmons und Dewayne Dedmon haben die Spurs nun Rudy Gay und Joffrey Lauvergne neu in ihrer Rotation. Die Veteranen sind wieder ein Jahr älter, aber die gut geölte Spurs-Maschine sollte auch dieses Jahr wieder rollen.

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Beste Addition
Rudy Gay ...  Auch wenn Simmons überzeugende Playoffs spielte, dürfte Gay eine echte Verbesserung darstellen. Ein Fragezeichen steht nur hinter seiner Gesundheit, da im Januar seine Achillessehne riss. Falls gesund, kann Gay neben Leonard auch der Vier spielen, der Scorer der Secound Unit sein oder gar Leonard im Iso-lastigen Spiel der Spurs ersetzen, falls Kawhi wegen seiner anhaltenden Verletzung weiter ausfällt. Gay könnte sich in die erfolgreiche Reihe von älteren Spielern einreihen, die unter Coach Gregg Popovich nochmal aufblühen.

The Planet
Kawhi Leonard ... Wird das die Saison des Kawhi Leonard? Viele Experten sehen den Flügelspieler als aussichtsreichsten Kandidaten auf die MVP-Trophäe. Letztes Jahr spielte Leonard eine fabelhafte Saison, die er mit fantastischen 25,5 Punkten, 5,8 Rebounds, 3,5 Assists und 1,8 Steals pro Spiel beendete. Dazu schoss er noch 48,5 Prozent. Leider werden wir nie wissen, wie die Conference Finals gegen die Warriors mit einem gesunden Leonard ausgegangen wären.

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Beim MVP-Voting musste er noch Russell Westbrook und James Harden den Vortritt lassen. Da OKC und Houston jeweils Starspieler addierten, ist Leonard vielleicht der aussichtsreichste Kandidat. Er wird wieder Dreh- und Angelpunkt der Spurs sein. Durch die Addition von Gay fällt einiges an offensiver Last ab, dafür kann sich der Finals-MVP von 2014 wieder vermehrt auf das Verteidigen konzentrieren. Klar ist: Die Spurs sind komplett auf Leonard angewiesen und kommen in dieser Saison nur so weit, wie Leonard sie tragen kann.

Rising Star
Patty Mills ... Einen echten Senkrechtstarter bei den Spurs zu finden ist schwierig. Die neu hinzu gekommenen Rookies werden wohl keine große Rolle spielen, deswegen ist es Patty Mills. Der Australier wird mutmaßlich bis mindestens Februar starten, da Tony Parker ausfällt. Mills' Rolle bei den Spurs war bisher, Scoring und Firepower von der Bank zu bringen. Kann er nun auch Starterminuten übernehmen? Können die Spurs seine Defensive verstecken? Auch wird spannend zu beobachten sein, wie LaMarcus Aldridge mit in die Offensive einbezogen wird, nachdem er im Sommer öffentlich einräumte, sich im System der Spurs nicht allzu wohl zu fühlen.

Don’t Sleep! 
Dejounte Murray ... Popovich lässt seine jungen Spieler meistens nicht viel Verantwortung übernehmen. Bei Murray wird er es wohl trotzdem tun müssen. Nur 38 Spiele umfasst Murrays NBA-Erfahrung. Wegen der Verletzung von Parker dürfte sich diese Zahl nun stark erhöhen. Murrays Hauptaufgabe wird sein, Aldridge und Leonard in Position zu bringen. Die Spurs werden den Guard langsam aufbauen und wenn es optimal läuft haben sie ihren Starter für die Zeit nach Parker. Vielleicht wird Murray sogar starten und Mills die Bankspieler anführen.


Beste Fünf
Mills – Green – Leonard – Aldridge – Gasol

Good News
+ Gefährlich von Downtown: Die Spurs führten die Liga in Dreierquote letztes Jahr an
+ Elitäre Defensive
+ Gewinner- und Franchise-Kultur, die ligaweit Standards setzte
+ Gregg Popovich ist der beste Coach der NBA


Bad News
- Können Sie mit der Athletik der Topteams mithalten?
- LaMarcus Aldridge war unzufrieden und enttäuschte bisher
- Dicke Fragezeichen auf der Point Guard Position
- Fehlender Ringbeschützer

Was fehlt?
Ein elitärer Point Guard. Die Spurs schienen im Sommer um Chris Paul oder George Hill mitzubuhlen, entschieden sich dann aber lieber, den Vertrag mit Mills zu verlängern. Parker ist mittlerweile 35 Jahre alt und fällt bis mindestens Februar aus. Wollen die Spurs erfolgreich sein, muss Mills zeigen, dass er mehr ist als nur ein guter Backup.

Check 1,2
Nichts ist im Verlauf der letzten vier Monate passiert, um zu suggerieren, dass die San Antonio Spurs nicht mehr so furchterregend sein werden, wie sie es immer waren. Manu Ginóbili ist zurück. Das Team behielt Mills und Pau Gasol, während Gay für seine Scoring- und Mismatch-Qualitäten hinzugefügt wurde. Leonard ist ein Top-Fünf-Spieler in der Liga, Aldridge immer noch ein nützlicher Big Man, auch wenn seine Leistungen in den Playoffs weitgehend mies waren. Das ist immer noch ein unglaublich gutes, unglaublich tiefes Team, das Zauberer Gregg Popovich immer noch als Trainer anführt.

Chef-Orakel
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